
Bild: Neo.Fashion.2026, Neues Ufer, Ausschnitte aus der Kollektion Lorenz Schultze-Beerhorst, Hochschule Pforzheim (Copyright: Sebastian Gabsch)
Moderne Textilien sind Hightech. Sie finden sich u. a. in der Medizin, in Umwelt- und Energietechnik, in Flugzeugen, in Raumfahrtanzügen, in Spaceshuttles und Satelliten. Wer heute über Innovation spricht, kommt an der Textilindustrie nicht vorbei.
Das ist der Stoff, aus dem die PolitFashionNight ist, ein Format des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. Am 22. September 2026 führt die Reise in die Bayerische Vertretung in Berlin.
Die diesjährige PolitFashionNight in Kooperation mit dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (VTB) zeigt #Hightex aus Bayern.
Die Stars des Abends sind textile Spitzenforschung und angehende Modedesignerinnen und -designer aus Bayern, die zeigen, was entsteht, wenn textile Spitzentechnologie auf Kreativität und Modedesign trifft.
Nach einem Impuls der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, diskutieren Dr. Philipp v. Waldenfels, Präsident des VTB, Prof. Dr. Frank Ficker, Leiter des Instituts für Materialwissenschaft der Hochschule Hof (ifm) und die Modedesignerin Laura Theiss (LT- Satellite Couture), wie wichtig es für Forschung, Ausbildung und Industrie ist, wenn die verschiedenen textilen Welten zusammenarbeiten: Innovation entsteht nicht isoliert. Sie entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven aufeinandertreffen. Das zeigen zwei Modenschauen des Studiengangs Textildesign an der Hochschule Hof und der AMD Akademie Mode und Design München.
Panelisten des Abends

Philipp v. Waldenfels, Präsident des VTB
Philipp v. Waldenfels ist Geschäftsführender Gesellschafter der BWF Group. Die BWF Group stellt textile Filtermedien, technische Nadelfilze, vielfältige Wollfilze und hochwertige Kunststoffprodukte her. Das Headquarter mit den Unternehmensbereichen BWF Envirotec, BWF Profiles und HEY-SIGN by BWF Group befindet sich in Offingen (Landkreis Günzburg). BWF Protec, der vierte Unternehmensbereich der BWF Group, sitzt im oberfränkischen Hof. Dr. Philipp v. Waldenfels ist seit April 2026 Präsident des Bayerischen Textil- und Bekleidungsverbandes.
Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband VTB unterstützt seine Mitglieder in den Bereichen Arbeitsrecht und Sozialpolitik. Er ist zentraler Ansprechpartner in den Bereichen Tarifpolitik sowie Aus- und Weiterbildung. Dabei agiert er in einem starken Netzwerk von Partnerverbänden, Bildungseinrichtungen und Stakeholdern der Textil- und Bekleidungsbranche. Als Ansprechpartner für Technologie, Umwelt- und Innovationsfragen ist er zudem ein wichtiger Informationsgeber. Der VTB vertritt die Interessen von rund 130 Mitgliedsunternehmen der Textil- und Modeindustrie mit in Bayern branchenweit etwa 24.000 Beschäftigten. Mit seinen Geschäftsstellen in München und Hof setzt er auf eine enge regionale Bindung zu seinen Mitgliedsunternehmen in ganz Bayern.
www.vtb-bayern.de
Prof. Frank Ficker, Leiter Institut für Materialwissenschaften der Hochschule Hof (ifm)
Prof. Ficker zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der anwendungsorientierten Textilforschung in Deutschland. Am ifm entstehen Textilien für die Zukunft: von Carbonfaser-Strukturen für Raumfahrtanwendungen über intelligente Agrartextilien und kreislauffähige Recyclingkonzepte bis hin zu nachhaltigen Dämmstoffen aus regionaler Schafwolle. Unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Ficker zeigt das ifm, wie aus textiler Kompetenz Innovationen für Mobilität, Gesundheit, Klimaschutz und Weltraumtechnik entstehen. Die Arbeit des IFM macht deutlich: Textile Innovationen sind ein wichtiger Schlüssel für die Technologien von morgen.
www.hof-university.de/ifm
Laura Theiss
Laura Theiss verbindet Mode mit Raumfahrttechnologie. Bekannt wurde die Designerin unter anderem mit ihrem Projekt ‚Satellite Couture‘, in dem sie sich von Raumfahrttechnologien und der Ästhetik des Weltraums inspirieren lässt und die Verbindung zwischen Hightech und Mode sichtbar macht. Für den ESA-Astronauten Matthias Maurer entwarf sie seine Bekleidung für dessen Mission zur Internationalen Raumstation ISS. Mit ihrer Arbeit zeigt sie, wie Design, Technologie und textile Kompetenz neue Perspektiven für die Zukunft eröffnen können.
www.lauratheiss.com
PARSEC — eine Kollektion inspiriert vom All

Das Studierendenprojekt des Studiengangs Modedesign B.A. der AMD Akademie Mode & Design München, 4. Semester, Sommersemester 2026 präsentiert sich im Rahmen der PolitFashionNight in Berlin.
Das Projekt wurde angestoßen vom Gesamtverband textil+mode, in Kooperation mit dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. Die Studierenden entwickelten Outfits „für die Raumfahrt“, „raumfahrtinspiriert“ oder funktional gedacht für den Bereich Space Tourism — jeweils als vollständiger Zyklus von Recherche, Entwurf, Schnitt und Prototyp bis zur Runway-Präsentation.
Lehre und Begleitung: Prof. Arnold Gevers (Studiendekan Fashion Design, Projektleitung), Bettina Bönte (Prozessbegleitung), Alexa Dehmel (Expertin Funktion und Material).
Zum Namen: Parsec ist eine astronomische Längeneinheit, sie entspricht 3,26 Lichtjahren. Ein Stern ist genau ein Parsec entfernt, wenn er sich im Verlauf eines halben Jahres um eine Bogensekunde am Himmel verschiebt.

Prof. Arnold Gevers, Studiendekan Fashion Design, AMD Akademie Mode & Design München:
„Mit PARSEC haben unsere Studierenden einen vollständigen Zyklus vom Entwurf bis zum tragbaren Prototyp durchlaufen. Wir hatten ihnen Raumfahrt, Weltraum und Space Tourism als Stränge angeboten — und sie haben sich fast durchweg für die poetische Interpretation des Weltraums entschieden: für die Frage, was das All mit uns macht, wie Menschen sich in einer fremden Welt kleiden, erinnern und behaupten würden. Diese Arbeiten in Berlin auf einer politischen Bühne zu zeigen, heißt für die AMD: Neben der Technik braucht Raumfahrt Bilder und Erzählungen, die Menschen erreichen. Unser Nachwuchs liefert sie.“
Informationen zu den Designs, die bei den Fashionshows gezeigt werden
Innovatives Textildesign aus Hof
Die Hochschule Hof präsentiert ausgewählte Abschlusskollektionen des Studiengangs Textildesign, die kreative Gestaltung mit Materialkompetenz, Nachhaltigkeit und textiler Innovation verbinden. Die Arbeiten reichen von modularen und wandelbaren Bekleidungskonzepten über konsequentes Upcycling bis hin zu bioaktiven Strickwaren mit funktionalen Eigenschaften. Die Kollektionen zeigen beispielhaft, wie Design, Forschung und moderne textile Technologien zu innovativen Lösungen zusammengeführt werden können.

Prof. Martina Ziegenthaler, Studiengang Textildesign, Hochschule Hof:
„Die Modenschau in der Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund in Berlin ist eine hervorragende Gelegenheit, die Leistungen unserer Studierenden einem überregionalen Publikum zu präsentieren und die Hochschule Hof als innovativen Standort für Textildesign sichtbar zu machen. Sie zeigt, wie eng an unserer Hochschule kreative Gestaltung, technologische Entwicklung und nachhaltiges Denken miteinander verbunden sind.“
Informationen zu den Designs, die bei den Fashionshows gezeigt werden
Kooperation mit Neo.Fashion.

Bild: Neo.Fashion.2026, Copyright: Gerome Defrance
Die Modenschauen der PolitFashionNight setzen Elke Degenkolb und ihr Team um. Elke Degenkolb ist seit 2021 die Art Direction der Neo.Fashion.
Der Gesamtverband textil+mode gehört zu den Gründungsmitgliedern des Neo.Fashion. e. V. und kooperiert bei zahlreichen Veranstaltungen mit der größten Mode-Nachwuchsplattform in Deutschland, zuletzt im Rahmen der Berlin Fashion Week im Juli 2026.
Die Neo.Fashion. 2026 in 146 Sekunden
Der Neo.Fashion. e.V. hat das Ziel, junge Modedesignerinnen und Modedesigner beim Übergang von Studium oder Ausbildung in die Berufswelt zu unterstützen und den Modenachwuchs in Deutschland sichtbar zu machen. Der Verein versteht sich als Netzwerk und Plattform zwischen Hochschulen, Kreativen, Unternehmen, Industrie, Kultur und Politik.
Die wichtigsten Ziele sind:
- Förderung von Nachwuchstalenten durch Laufstegshows, Ausstellungen, Wettbewerbe und Präsentationsformate.
- Vernetzung von Studierenden, Absolventinnen und Absolventen mit Unternehmen, Medien und der Modebranche.
- Karriereförderung durch Workshops, Mentoring, Praktika und Branchenkontakte.
- Förderung von Innovation und Nachhaltigkeit in der Mode, etwa durch die Verbindung von Design, Technologie und nachhaltigen Materialien.
- Stärkung des Modestandorts Deutschland und Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit deutscher Modetalente.
- Ganzjährige Nachwuchsförderung, also nicht nur während der Berlin Fashion Week, sondern durch ein dauerhaftes Netzwerk mit Workshops, Austauschformaten und internationalen Kooperationen.
Im kommenden Jahr feiert die Neo.Fashion. ihr zehnjähriges Jubiläum. Unterstützer sind willkommen. www.neofashion.de
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